Der 10. DGS-Kongreß in Bautzen (Sachsen)

Ein Rückblick

Im Vorfeld der Vorbereitungen stand die bange Frage: Würde Bautzen als Kongreßort genügend Zuspruch finden? – Nun, ein solch großartiges Ergebnis hatte dann wohl doch niemand erwartet, denn mit 180 Teilnehmern wurde ein neuer Rekord erzielt!
Die vielen Stereofreunde, die erstmals nach Bautzen kamen, waren nicht nur von dieser schmucken Stadt und ihrer bezaubernden Lage begeistert, sondern auch von der überaus herzlichen Aufnahme im Herzen der Oberlausitz.
Heinz und Sigrid Pietsch ist es vor allem zu verdanken, daß alles so gut vorbereitet war, und daß mit dem „Krone”-Saal im Zentrum von Bautzen ein gut geeigneter Projektionsraum angemietet werden konnte. Während der drei Kongreßtage erwies sich Sigrid Pietsch als die gute Seele dieser DGS-Veranstaltung und fand für alle Probleme eine Lösung. Ein herzlicher Dank geht auch an alle freiwilligen Helfer beim Empfang und im Hintergrund.

Im Anschluß an die Begrüßungen zur Kongreßeröffnung am Freitagabend durch Heinz Pietsch, Peter Schnehagen und Bürgermeister Hennig gab es eine kleine Überraschung: Mit jeweils einem landestypischen Musikstück wurden die Teilnehmer aus fünf Nationen vom Jugendblasorchester Bautzen herzlich willkommen geheißen.

Auch unter Stereofreunden findet die Digitalfotografie immer mehr Anhänger, und in Bautzen wurden fast ebenso viele digitale wie analoge Beiträge gezeigt, wobei die Vorführtechnik in den bewährten Händen von Klaus Grote (analog) und Gerhard P. Herbig (digital) lag.
In den Projektionspausen konnte man sich bei den Ausstellern über neueste Erzeugnisse für die Stereofotografie informieren, und der Samstagnachmittag stand im Zeichen von Präsentationen und Workshops. Über das INFITEC-Verfahren wurde bereits im stereo journal 1/2008 berichtet, und nun konnte man sich von seiner guten Bildqualität überzeugen, doch solche riesigen Projektoren gehören nach hinten in den Saal, nicht so weit nach vorn, wo sie den freien Blick auf die Bildwand stören. Bei den Workshops über die synchrone Kopplung von Canon-Kameras und die anschließende Präsentation „bewegter” Linsenraster zeigte sich mal wieder, daß es nicht ganz einfach ist, komplizierte Zusammenhänge leicht und verständlich zu erklären.

Durch abwechselnde Projektionsblöcke analog–digital hatte jeder die Möglichkeit, beide Systeme zu vergleichen, wobei das Gesamtniveau – von einigen wenigen „Ausreißern” abgesehen – sehr hoch lag. Die meisten Vorträge überzeugten nicht nur durch die hohe Qualität der Bilder, sondern sie gewannen auch noch durch sorgfältig ausgewählte Musikuntermalung und informative Erklärungen, wobei die von Herwig Straub entzückend gemachte Einladung zum ISU-Kongreß 2009 nach Gmunden weniger durch eine Bildervielfalt, sondern vor allem durch die Idee und die netten Dialoge begeisterte.

Es könnte nicht schaden, wenn jeder Referent vor dem Kongreß seine Stereos nochmals auf Justierfehler überprüfen und alle stark unter- und überbelichteten Bilder aussortieren würde. Störende Nahpunktfehler werden nur einem Bergsteiger verziehen, der einhändig fotografieren muß und den vor ihm kletternden „Nahpunktstörer” nicht einfach beiseite schieben kann.
Bei fast allen digitalen Beiträgen fielen mir immer wieder die gleichen Mängel auf: ein oft viel zu hoher Kontrast mit ausgefressenen Lichtern und eine mangelhafte Farbdifferenzierung, was aber nicht den Fotografen angelastet werden sollte, denn die können ja nur das ausnutzen, was das digitale System hergibt.

Ein DGS-Kongreß soll sich aber nicht nur in der Vorführung guter Stereodias erschöpfen, sondern fast ebenso wichtig sind der Austausch von Erfahrungen, das Knüpfen neuer und die Pflege alter Bekanntschaften, und nicht zuletzt das Erforschen einer unbekannten Stadt mit seiner Umgebung. Deshalb gab es im Anschluß an den Kongreß von Sonntag bis Dienstag auch noch die Möglichkeit, das bezaubernde Bautzen, das herrliche Dresden, die Festung Königstein mit dem Elbsandsteingebirge sowie die Oberlausitz kennen zu lernen.

Nach diesem großen Erfolg freuen wir uns schon auf den 11. DGS-Kongress im nächsten Jahr vom 22. bis 24. Mai 2009 in Oberstdorf im Allgäu.

– Eginhard Teichmann, Mannheim –

Letzte Abstimmungen vor Kongreßeröffnung (v.r.n.l. Peter Schnehagen, Ehepaar Heinz und Sigrid Pietsch sowie Bürgermeister Hennig).
Foto: Uwe Förster, Altenstad/WN

Zum Auftakt spielte das Jugendblasorchester Bautzen jeweils ein landestypisches Musikstück der teilnehmenden fünf Nationen.
Foto: Uwe Förster, Altenstad/WN

In der Verkaufsausstellung konnte man sich über neueste Entwicklungen informieren und diese auch erwerben.
Foto: Uwe Förster, Altenstad/WN

Die interessanten Workshops waren stets gut besucht, wie hier der Workshop über den StereoData Maker.
Foto: Uwe Förster, Altenstad/WN


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