Die Grundregel heißt: Ein Stereobild ist nicht einfach deshalb gut, weil es ein Stereobild ist! Alle Gestaltungsprinzipien, die für "normale" Bilder gelten, gelten auch und erst recht für Stereobilder. Zusätzlich gibt es jedoch einige Regeln zu beachten: |
Der Nahpunkt (das am nächsten gelegene Objekt) des Motivs sollte bei einer Stereobasis von ca.65mm und Standardbrennweiten nicht näher als etwa 2.5m liegen. Mißachtung dieses Grundsatzes kann im einfachen Fall zu Problemen beim Justieren führen. Das 3D-Foto kann aber auch infolge Bildzerfall unbrauchbar werden. |
Je weiter das eigentliche Motiv von der Kamera entfernt ist, desto geringer wird bei normaler Stereobasis der Stereo-Effekt. Ab etwa 60m Entfernung sind die menschlichen Augen nicht mehr in der Lage festzustellen, ob von zwei Objekten eines näher zum Betrachter liegt. Daher verschwindet die Stereowirkung bei Motiven, die sich weit entfernt befinden. Raumbildende Details sollen sich deshalb im Bereich von etwa 5 bis 15m Entfernung befinden. |
Das Auge kann sich auf eine Abbildungsebene (z.B. den Vordergrund) einstellen. Der Hintergrund wird dann automatisch unscharf gesehen. Bei Fokussierung auf den Hintergrund erscheint der Vordergrund unscharf. Im fertigen Stereobild funktioniert dieser Mechanismus nicht. Die unscharfe Bildinformation wird als unnatürlich empfunden. Daher ist auf durchgehende Tiefenschärfe zu achten, und die Objektive sind entsprechend abzublenden. |
Zwischen dem rechten und linken Teilbild darf es weder Höhenfehler noch Verkantungen geben (besonders wichtig bei Verwendung der Verschiebetechnik). Extreme Höhenfehler können ein Bild unbrauchbar machen, ebenso Verkantungen, bei denen nur eine Hälfte des Teilbildes Höhenfehler aufweist. Wasserwaagen können hierbei helfen, sind aber auch nützlich, um "schiefe Bilder" zu vermeiden. |
Beim Schiebeverfahren und Einsatz von Kunstlicht (Blitz) darf die Lichtquelle nicht mitverschoben werden, um unterschiedliche Schattenwirkungen in den beiden Teilbildern zu vermeiden. |
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