Kein Teil des Bildes darf vom Stereofenster geschnitten werden. |
Warum ist die Rahmungsregel einzuhalten? |
Bei der Stereoprojektion (und auch beim Betrachten mit einem Stereobetrachter) wird das Raumbild in der Regel hinter einem scheinbaren Fenster wahrgenommen. Dieses Fenster heißt Scheinfenster. Tatsächlich handelt es sich hierbei um das Raumbild des Stereo-Diarahmens. (Das linke Teilbild ist die linke Rahmenöffnung, das rechte Teilbild ist die rechte Rahmenöffnung.). Ob das Raumbild vor oder hinter diesem Scheinfenster wahrgenommen wird, ist ausschließlich von der Lage der Einzeldias innerhalb des Stereodiarahmens abhängig (beziehungsweise von der Position der Noppenleisten). |
Das Scheinfenster wird als Öffnung in einer festen Wand wahrgenommen. Bei einer Verletzung der Rahmungsregel befindet sich das Raumbild zu weit vor dem Scheinfenster und Teile des Bildes scheinen dann die Wand zu durchdringen. Dieser "Bildfehler" führt zu einem deutlich verminderten Genuß beim Betrachten von Raumbildern. Die Rahmungsregel ist jedoch nur eine Kann-Forderung, d.h. sie sollte, sie muß aber nicht unter allen Umständen eingehalten werden. |
Welche Grenzwerte und Toleranzen gibt es bei der Rahmungsregel? |
Die Rahmungsregel ist eine ästhetische Forderung. Stereobilder, welche diese Forderung verletzen, können trotzdem ermüdungsfrei betrachtet werden. Die Einhaltung der Rahmungsregel führt meistens dazu, daß das gesamte Bild hinter dem Scheinfenster wahrgenommen wird. Da bei kommerziellen 3D-Produktionen häufig mehr auf ein spektakuläres Ergebnis als auf die Ästhetik Wert gelegt wird, findet man dort die meisten Verletzungen der Rahmungsregel, indem man ganz bewußt das Stereobild weit vor das Scheinfenster setzt. |
Nur freistehende Objekte, die innerhalb der Rahmenfenster und im vorderen Aufnahmeraum liegen - wie zum Beispiel ein frontal aufgenommener Elefantenrüssel - dürfen in Einklang mit der Rahmungsregel (und sollten auch) aus dem Scheinfenster herausragen. Weitere beliebte Beispiele sind: der Brunnenarm, dessen Wasserfontäne in den Zuschauersaal spritzt, das Tier, das seinen Kopf durch das Scheinfenster streckt, der Vogel oder das Insekt, das vor dem Scheinfenster fliegt, u.a.m. |
Wie halte ich die Rahmungsregel ein? |
Zieht man die Dias relativ zu den Diarahmen etwas auseinander, wandert das Raumbild nach hinten, schiebt man sie zusammen, wandert es nach vorne. (Bei den RBT-Diarahmen werden dazu die Noppenleisten innerhalb der Stereodiarahmen verschoben). Die optimale Lage der beiden Dias ist genau dann erreicht, wenn sich das Raumbild |
so weit vorne wie möglich, |
befindet. Der Nahpunkt berührt dann gerade das Scheinfenster. Das Raumbild beginnt also unmittelbar hinter dem Fenster und es wird zwischen Scheinfenster und Nahpunkt kein Raum "verschenkt". (Diese Art der Rahmung wird auch Nahpunkt-Rahmung genannt.) Verletzungen der Rahmungsregel können bei der Projektion ebenfalls nicht mehr korrigiert werden. |
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